Humboldt-Villa

  • Liebe Freunde der Humboldt-Villa,

    die Zeit ist reif für eine Bilanz.

    Wir haben vor mehr als sechs Jahren damit begonnen, ein fast hundert Jahre altes und leerstehendes Baudenkmal im Herzen von Lüdenscheid vor dem Verfall zu bewahren. Unser Ziel war es, von der ersten Minute an, einen attraktiven Anziehungspunkt für die Menschen unserer Region und darüber hinaus, zu schaffen. Jedem von uns war bewusst, dass dies keine leichte Aufgabe ist. Einige haben uns gewarnt, hielten uns für Träumer und Spinner. Doch mit viel Mut und Energie haben wir begonnen, diese Vision in die Tat umzusetzen. Auf diesem Weg gab es viele Hürden, die es zu überwinden galt. Von der Konzeption, über die Restaurierung, den Um- und Anbau bis hin zur Einrichtung und Gründung der Gastronomie, gab es eine Menge Aufgaben zu erledigen. Im Oktober 2013 präsentierte sich Ihnen die Humboldt-Villa dann in ihrem neuen Licht. Sie öffnete ihre Türen für die Öffentlichkeit und wurde Heimat des neu gegründeten Humboldt-Clubs. Auch alle Lüdenscheider Rotary-Clubs, Lions Minerva und die Schachgemeinschaft Lüdenscheid fanden ein neues Zuhause in der Humboldt-Villa. Sicher lief nicht alles perfekt, und es gab wie in jeder Jugend auch Kinderkrankheiten, die es zu überstehen galt. Hinter uns liegen nun vier wunderbare Jahre. Mit vielen fantastischen Gästen, wunderschöne Momenten, tollen Geschichten, schönen Feiern oder einfach genussreichen Abenden. Die Zeit hat uns viel gelehrt und Erfahrungen geschenkt, die uns niemand aber auch wirklich niemand mehr nehmen kann.

    Ein Zitat von Wilhelm von Humboldts wurde zum Leitsatz der Humboldt-Villa:
    „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

    Nach dieser Prämisse haben wir gehandelt und hieraus unsere Kraft geschöpft. Die Vermehrung von Geld war nie das primäre Ziel. Dennoch bedeutet dies nicht, dass dieser Faktor keine Rolle spielt.
    Man kann ihn nicht ignorieren. Das haben wir auch nie getan. Unser finanzielles Ziel war es immer, dieses Projekt kostendeckend zu betreiben. Die anfänglichen Defizite waren eingeplant und auch als Anlaufkosten eingeordnet. Das steigende Wachstum an Kunden und auch die Erkenntnis, dass die Herkunft unserer „Fans“ online, wie auch offline immer weitere Kreise gezogen hat, gab uns die Zuversicht weiter zu arbeiten und auch zu investieren. Dieses Projekt war mittlerweile zu wertvoll, um es einfach hinzuwerfen. Auch das positive Feedback unserer Gäste gab uns die nötige Energie weiter daran zu arbeiten. Doch leider schrumpften die Defizite nicht schnell genug. Nun, nach mehr als vier Jahren, ist der Zeitpunkt gekommen, der nackten, kalten und harten Wahrheit tief in die Augen zu schauen und sich einzugestehen, dass es so nicht weitergeht. Die Finanzmittel für dieses Projekt nähern sich dem Ende und neue Gelder sind nicht in Sicht. Um eine Insolvenz zu verhindern, sehe ich mich als Geschäftsführer gezwungen, den Betrieb des Restaurants zum Ende des Jahres einzustellen.

    Aus diesem Grund verkaufen wir ab heute keine Gutscheine mehr und nehmen auch keine Reservierungen mehr über den 31.12.2017 hinaus an. Alle, die schon für 2018 reserviert haben, werden wir kontaktieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Es gibt aktuell noch keine neuen Nutzungenkonzepte für die Räumlichkeiten.

    Sollten Sie Gutscheine gekauft oder geschenkt bekommen haben, können Sie diese noch bis zum Ende des Jahres im Restaurant oder Handel einlösen. Darüber hinaus gibt es bis zum 31. März 2018 noch die Möglichkeit, Gutscheine per Email erstattet zu bekommen. Senden Sie uns Ihren Gutschein-Code mit Ihrer Kontoverbindung zu, und wir werden Ihnen den Betrag überweisen. Wir empfehlen Ihnen aber, die Gutscheine für attraktive Einkäufe beim Räumungsverkauf im Handel zu nutzen. Gesonderte Öffnungstermine dafür werden folgen.

    Zum Schluss möchte ich mich mit Wehmut bedanken. Bedanken bei all den Mitarbeitern, die unser Ziel zu ihrem Ziel gemacht haben und uns ein mehr oder weniger langes Stück unseres Weges begleitet haben bzw. es noch bis zum Ende des Jahres tun werden. Sie sind das Herz dieses Vorhabens und sie haben dieser Villa ihr Gesicht verliehen. Sie haben Entbehrungen in Kauf genommen und sich für die Sache eingesetzt. Darüber hinaus möchte ich mich auch bei allen Mitgliedern des Humboldt-Clubs bedanken. Sie haben die Bedeutung dieses Projektes verstanden, es durch ihre Mitgliedsbeiträge und mit ihren Möglichkeiten unterstützt. Der Humboldt-Club ist neben dem Restaurant und dem Handel eine wichtige Stütze im Konzept der Humboldt-Villa. Darüber hinaus gilt mein Dank auch all den wunderbaren Gästen und Lieferanten. Ich bin froh, dass ich Sie kennenlernen durfte!
    Last but not least gilt mein größter Dank Thomas Fischer. Seine Mittel und sein Wille haben dieses Projekt erst ermöglicht. Er hat mir diese Chance gegeben und das Vertrauen geschenkt, die Humboldt-Villa zu dem zu machen, was Sie heute ist.

    Abschließend. Die Gedanken zur zukünftigen Nutzung der Humboldt-Villa sind noch nicht abgeschlossen. Wie sagte Alexander Graham Bell: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere...

    Mit dankbaren Grüßen
    Euer
    Marco Nipkow